Wie viel Wallis steckt in Sion2026?

Was war das für ein Aufschrei, als der Nationalrat es wagte, die Olympia-Milliarde vom Bund in Frage zu stellen? Unisono war von Seiten Befürwortern zu hören und zu lesen, dass sich jetzt das Walliser Wahlvolk gegen die «Grüözini» stellen müsse. Der Schlachtruf lautete: «Das olympische Wallis gegen den Rest der Welt!» Doch wie viel Wallis steckt denn eigentlich drin in Sion2026?

 

Diese Frage lässt sich einfach und mit klaren Zahlen untermauert in einem Wort beantworten: wenig! Sie staunen, allein der Glaube fehlt? Dann lassen Sie mich Ihren fehlenden Glauben mit Wissen etwas à jour bringen.

 

So viel Wallis steckt laut Olympiadossier in Sion2026:

  • 36% der Austragungsstätten: Sitten ist zwar Organisator, Vertragspartner, Bezahler und Austragungsort. Doch von den 14 im Olympiadossier vorgesehenen Wettkampfstätten liegen nur deren 5 im Wallis, maximal 2 davon (Goms und Visp) im Oberwallis (14%).

 

  • 33% der Sportarten: Von den aktuell 15 olympischen Wintersportarten werden 10 ausserhalb des Wallis ausgetragen, nur 2 sind für das Oberwallis geplant (Langlauf und Curling), also blasse 13%. Übrigens: Die paralympischen Spiele werden am Oberwallis zumindest organisatorisch spurlos vorbeigehen.

 

  • 44% der Medaillenentscheidungen: Von den 100 Medaillensätzen, die an Olympia im Winter zu vergeben sind, werden 56 in den Kantonen Waadt, Freiburg, Bern und Graubünden vergeben. 29 Medaillensätze werden im Unterwallis und deren 15 (12 Langlauf und 3 Curling) im Oberwallis vergeben, also 15%.

 

  • 39% der AthletInnen: Während 1715 AthletInnen ausserkantonal untergebracht sind und um Medaillen streiten, sind dies im Unterwallis 675 und im Oberwallis 410 oder 15%.

 

  • 37% der Zuschauer: Von den laut geplanten Sitz- und Stehplätzen maximal 1,3 Mio. Zuschauern werden rund 10% auf das Oberwallis, 27% auf das Unterwallis und 63% auf die übrigen Kantone entfallen.

 

  • 100% lassen sich übrigens auch noch finden, beim Risiko: Denn gegenüber dem IOC sind die Unterzeichner des Vertrages solidarisch haftbar. Und unterzeichnen werden wohl die Stadt Sitten und der Kanton Wallis. Die Bundesmilliarde inklusive Defizitübernahme ist übrigens im Budget von 2,4 Mia. Franken eingeplant und der Kanton will ja höchstens 100 Mio. ausgeben. Wer dann wohl zahlen wird?

 

Dass diese Verteilung natürlich auch direkte Auswirkungen auf die Investitionen hat, versteht sich von alleine. Wie viel Geld im Wallis investiert werden soll, ist dann wohl die nächste Frage, die es zu beantworten gilt!

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