Wie viel kostet 2026 ein Olympiaticket?

Stellen Sie sich vor, Sie wollen verschiedene Wettbewerbe an Olympia Sion2026 besuchen. Was wird Sie dies wohl pro Besuch kosten? Im Durchschnitt 140 Franken pro Eintritt! Abgerundet!

Nein, ich bin kein Hellseher! Ich bin auch kein Schwarzmaler! Aber ich beherrsche zumindest die wichtigsten Rechenoperationen. Ob das die Olympiapromotoren auch von sich behaupten können?

OK, meine mathematischen Leistungen am Kollegium waren, sagen wir mal, aufwandoptimiert (gäll Butterli?). Gerade so gestaltet, dass mich meine Abneigung zu Gauss und Limes nicht geradewegs ins maturandische Abseits beförderte.

Trotzdem machte mich eine Zahl im Budget von Sion2026 etwas stutzig. Stolze 185 Millionen Franken sollen die Ticketverkäufe dem olympischen Säckelmeister in die Tasche spülen; und das trotz redimensionierten und mit Agenda 2020 rein gewaschenen Spielen der nach-gigantischen Olympia- Neuzeit!

Ob wohl jemand der Schweizer Olympiapromotoren in PyeongChang mit dem Typen im Kassahäuschen geredet hat? Aber dafür hatte ja niemand Zeit. Denn man hatte bei Cüpli, Raclette und Fendant Wichtigeres zu tun…

Also fange ich zu rechnen an:

  • Aus der Machbarkeitsstudie von Sion2026 entnehme ich die Sitz- und Stehplätze, die an den einzelnen Wettkampfstätten vorgesehen sind und addiere diese. „Plus“ für die mathematisch Unbegabten.
  • Der Einfachheit halber verzichte ich darauf, ein paar der Plätze leer zu lassen. Die statistische Abweichung Alpha ist also gleich Null oder so… „Full house“ ist bei all der Begeisterung der Olympioniken im Wallis und darüber hinaus eine Selbstverständlichkeit. Denn schliesslich wurde ja weise vorausschauend schon 2018 beim Sportvolk die olympische „Flamme entfacht“.
  • Diese vollen Sitz- und Stehplätzen multipliziere (X oder mal…) ich an den verschiedenen Sportstätten mit den diversen Wettkämpfen, rund 100 an der Zahl. Selbstverständlich scheint im Wallis, Bern, Waadt, Freiburg und Graubünden nur die Sonne und alle Wettkampfstätten sind problemlos per Auto, Bahn, Bähnli, zu Fuss oder mit Gleitschirm erreichbar. Und selbst das Frauenhockeyspiel zwischen den Faröer Inseln und Tonga ist vor Spannung kaum auszuhalten. Schliesslich spielt Tonga im Baströckchen!
  • Darauf addiere (+ für die, die aufgepasst haben) ich die Zuschauerzahlen der verschiedenen Wettkämpfe und erhalte eine mächtig schöne Zahl: Einemilliondreihundertzwölftausenfünfhundert! Das ist die maximal mögliche Anzahl Zuschauer für Sion2026. Natürlich wird diese erreicht, von wegen „entfachter Flamme“ und so…
  • Jetzt wird’s trickreich, also aufpassen, werte Olympiapromotoren! Denn nun gilt es, die 2018 weise und vorsichtig budgetierten 185 Millionen Franken an Ticketeinnahmen durch die in unglaublichen Scharen angereister Zuschauer zu teilen (: oder /). Resultat: Einhundertvierzigkommaneun Franken!

140,9 Franken, das ist also der durchschnittliche Ticketpreis, um einen einzigen Wettkampf an Olympia 2026 sehen zu können. Und das bei 100prozentiger Zuschauerauslastung! Übrigens: In PyeongChang kostete der teuerste Sitzplatz an der Männerabfahrt rund 140 Franken. Der Stehplatz beim Langlauf war schon für 20 Franken zu haben…

Selbst für die Schweiz sind also 140,9 Franken ein stolzer Durchschnittspreis! Und für die natürlich in hellen Scharen aus dem Ausland Angereisten, ebenfalls heiss entfachten Olympiaflammen, gilt das vermutlich auch. Die braucht man ja, um die Stadien zu füllen.

Weil die Einheimischen haben vorgesorgt. Als Freiwillige Helferinnen und Helfer können Sie die Wettkämpfe natürlich gratis sehen. Oder sie haben gar keine Zeit, hinzugehen, weil Sie Olympiadollars scheffeln. Oder sie sind in die Ferien verreist um dem Rummel etwas zu entfliehen und haben Ihre Wohnung in WEF-Manier an „üswärtigi“ Olympiaflammen vermietet. Was mich zu einer anderen Frage bringt: Wo schlafen den all die zugereisten Olympiaflammen im Jahre 2026 eigentlich? Diese Frage beantworte ich ein Andermal…

 

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