II. Teil: Gedanken zu Olympia Sitten 2026

Warum wird die Olympiade nicht von privater Seite organisiert und finanziert, wenn Olympia so ein super Geschäft mit enormer wirtschaftlicher Wirkung sein soll? Warum ziehen sich die ursprünglichen Promotoren von Olympia 2026 in Sitten spätestens dann zurück, wenn es um die Finanzierung derselben geht? 

Ehrlich: Trotz der oft unverständlichen und etwas sprunghaften Handlungen eines Christian Constantin hege ich ein gesundes Mass an Respekt und manchmal gar ein wenig Neid für diese Walliser Persönlichkeit. Er hat es mit bescheidenem Startkapital, schlauer Verhandlungstaktik, der guten Nase für Geschäfte, Druck zur rechten Zeit und  unermüdlicher Arbeit geschafft, sich ein Immobilienimperium ungeahnten Ausmasses aufzubauen. Allein der Bodenbesitz entlang der Autobahn im Wallis soll sich auf mehr als 1,3 Milliarden Franken belaufen – so sich denn diese Böden in Wert setzen, sprich verkaufen oder bebauen lassen.

Dass CC Olympia ins Wallis holen will, um sein Gutmenschentum unter Beweis zu stellen, wird wohl niemand ernsthaft behaupten. Und das ist sein gutes Recht! Er spürt eine Möglichkeit und zack – packt er diese. Für seine Stadt der Zukunft bei Monthey hätte ich mich sogar begeistern können. Aber er, der sonst von allen Behörden verlangt, sich möglichst aus seinen Geschäften herauszuhalten und ihn sowohl das Risiko als auch den Profit alleine tragen zu lassen, ruft nun plötzlich gemeinsam mit anderen aus dem privaten Initiantenkreis nach der staatlichen Obrigkeit, genauer gesagt nach deren Säckelmeister.

Was sagt mir das?  Dass Private im Gegensatz zur Politik rechnen können und müssen. Denn im Vergleich zu den Politikern haben diese für Ihre Investitionen gerade zu stehen. Die Politiker, die heute für Olympia entscheiden, werden nicht die sein, die während Olympia am Ruder sein werden und schon gar nicht die, welche die eventuell versalzene Suppe später auszulöffeln haben werden.

Wenn ich jetzt Olympiapläne und grossen Bodenbesitz in der Walliser Talfläche mit einem Pluszeichen in einer Gleichung zusammenführe, ergibt dies hinter dem Gleichzeichen den Begriff „Bautätigkeit“. Die Bergdörfer sind für die Spekulation unbedeutend. Die Tourismusstationen sind durch Zweitwohnungsinitiative und neue Raumplanung immobilienmässig lahmgelegt. Was bleibt ist die Talebene. Nehme ich jetzt noch die Aussagen von Valais Promotion-Vertrauten hinzu, dass die Walliser Talebene ein grosses touristisches Potenzial beinhalte, macht die Olympia-Aktion von CC plötzlich Sinn. Macht dies aber auch Sinn für den Walliser Tourismus, wenn bei bestehenden Überkapazitäten und grossen Refinanzierungslücken im Tourismus plötzlich zusätzlich Kapazitäten in Form von Hotels und Ferienressorts in der Talebene geschaffen werden? Zweifel seien zumindest erlaubt!

Ceterum censeo, olympiam delendam esse!… oder so ähnlich.

 

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