„HERGOTTSTÄÄRNAFÜÜFINUCHEMAAL…!“

Wissen Sie, wie das ist, wenn Ihr Kind Sie morgens am Küchentisch lieb anlächelt und Sie zum glücklichsten Menschen auf Erden macht? Sie Glückliche/r! Denn ich hab schon fast vergessen, wie das ist. Mr. Big hat wohl so etwas wie die Wutphase erreicht. Und diese lebt er voll aus. Ein Frühstücks-Vater-Sohn-Gespräch:

Hausmann: Kommt Jungs, das Frühstück ist bereit.

Unisono: Wir kommen gleich…

Gleich ist meistens 5 bis 99 Minuten und fünf Mal rufen später.

Mr. Big: Mmmh, Schokomilch und Honigbrot…

Hausmann: So wie du es magst, auf einer Hälfte Honig, auf der anderen Marmelade.

Mr. Big: Ich hab dir doch gesagt, dass du das Brötchen nicht halbieren sollst.

…Seit wann ist denn das so?

…Seit gerade eben!

…Und wann hast du mir das mitgeteilt?

…(erster böser Blick) Papaaaa, auch gerade eben. Ich will, dass du mir Marmelade und Honig vorne auf das ganze Brötchen schmierst und ich beisse dann ab.

…Vergiss es!

…Warum?

…Weil ich besseres zu tun habe, als dir 20mal das gleiche Brötchen in kleinen Portionen zu schmieren.

…Was denn?

…Das ist jetzt nicht wichtig. Auf jeden Fall bist du gross genug, um dir das Brot jeweils selber zu schmieren,wenn du es auf diese Weise essen willst.

.,,(enttäuscht) Nein, bin ich nicht!

…Bist du wohl!

…(nervös) Nein, auf keinen Fall!

…Doch, doch, mein lieber Junge.

…(ärgerlich) Ich bin kein lieber Junge.

…Natürlich bist du ein lieber Junge,wenn du willst.

…(zorniger werdend) Will ich aber nicht!

…Aha!

…(wütend) Neiiiiiiiin, nicht Aha sagen. Das ist böse und dann werde ich wütend.

Verschränkt die Arme und sieht mit gaaanz bösem Blick durch mich hindurch. Auf der anderen Seite des Tisches macht Mr. Little genau das Gleiche, lacht aber dabei. Wie lange es wohl dauert, bis er weiss, um was genau es geht? Fünf Minuten später. Mr. Big ist zur Salzsäule erstarrt.

…Schau, ich mach dir Marmelade und Honig auf den Teller. Dann kannst du das Brötchen  mit dem Messer jeweils selber schmieren.

…(Anflug von Reue) Ich will auf deinen Schoss.

…Aber das Brot musst du selber schmieren.

…(Reue ist weg) Neiiiin, ich hab dir schon oft gesagt, dass ich das nicht will.

…Jetzt sei ein lieber Junge. Mr. Little hat sein Brötchen schon gegessen. Der ist viel braver als du.

…Das ist mir scheissegal, ich…

…Was hast du da gesagt? Woher hast du diesen Ausdruck?

…Du sagst das auch, zu Mama!

…(leicht verärgert) Iss jetzt dein Frühstück.

…Wenn du mir das Brötchen nicht schmierst, haue ich alles kaputt.

…Oho?

…Und dich haue ich auch! Du bist nicht mehr mein Freund! Ich hab nur meinen Teddy lieb … vielleicht noch Mama … meinen Bruder … und Oma.

…Und Papa magst du nicht mehr, nur weil ich dir das Brötchen nicht so schmieren will, wie es dir vorschwebt? Du bist ein richtiger Trotzkopf.

…(jetzt richtig wütend schreiend) Ich bin gerne ein Trotzkopf. Das gefällt mir. Im Buch vom Engel und vom Trotzkopf bin ich viel lieber der Trotzkopf. Engel sind blöd. (eine Träne kullert über seine Wange, die Stimme zittert)

Ich breite die Arme aus und versuch, Mr. Big zu mir auf den Schoss zu ziehen. Er will nicht. Ich ziehe fester bis er sich ruckartig vom Sessel löst und an meiner Schulter landet, wo er sogleich seine Zähne reinschlägt und zuerst verhalten aber dann recht kräftig zubeisst. Ich schmeiss ihn zurück auf seinen Sessel… bums.

…(verärgert) Hergottstäärnafüüfinumal! Spinnst du, du kannst mich doch nicht beissen.

…(auch verärgert) Kann ich wohl!

…(verärgerter) Das tut weh und ich hab dir schon oft gesagt, dass du das Gebeisse lassen sollst.

…(auch verärgerter) Tu ich nicht! Ich schmeisse alles runter und werde dann wütend.

…(leicht drohend) Das würde ich eher lassen. Ich meine, du kannst das machen, aber dann landest du im Bett und da bleibst du die nächsten 1000 Jahre und kannst Engel und Trotzkopf ankucken.

…Ich geh nicht ins Bett.

…Dann iss und sei ein lieber Bub.

…Ich bin kein lieber Bub, ich bin ein böser Ritter. Ich hole meinen Drachen und dann… dann… dann siehst du dann schon, was passiert…

Mr. Big stürmt aus der Küche. Peng… das ist die Tür des Kinderzimmers. Klang… da ist ihm wohl eine der Spielkisten im Weg. Wschhhhhh… die Bettgarnitur liegt am Boden. Ding… Kuschelbär fliegt gegen die Fensterscheibe. Ruhe! Ahh, herrlich!

45 Minuten später, kein Drache ist in Sicht und auch nicht Ritter Big. Vielleicht ist er ja vor lauter Ärger eingeschlafen. Vorsichtig gehe ich ins Kinderzimmer. Er schäft!

Während ich den Blog schreibe, höre ich die Türe zum Kinderzimmer, dann trippeltrappel, dann klirr, ping, mampf. Mr. Big ist besiegt. Nicht von Hausmann sondern vom Hunger. Doch ich befürchte, das war nur eine von noch vielen künftigen Runden…

Please follow and like us:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.