FERNSEHSTRATEGIEN

Es gibt Momente im Leben von Hausmann, da schwankt er zwischen Lachanfall und Wutausbruch, weil die lieben Kinderlein allerhand Strategien entwickeln um zu ihrem Ziel zu kommen, die samt und sonders auf vorhergegangenem Fehl- oder auch Nichtfehlverhalten von Hausmann zurückzuführen sind. Im Sinne eines Elternratgeberblogs hier Strategien und Gegenmassnahmen im Bezug auf den Fernsehkonsum.

So 60 Minuten Fernsehen im Vorabendkinderprogramm gibt es für meine Jungs pro Tag, wobei nur Mr. Big diesen Zeitraum voll ausnützt. Trotzdem kommt es ab und zu aus terminlichen oder meist psychohygienischen Gründen von Hausmann zu Fernsehsessions ausserhalb des Normalen. Und das wird zu einem späteren Zeitpunkt gnadenlos in kindgerechte Fernsehzeitverlängerungsstrategien umgemünzt.

Die Krank-Strategie

Der Blick in fiebrige Kinderaugen erweicht Hausmann ab und an das Herz. Wenn dann die Kiddies vor Bettlangeweile schier verzweifeln, greift man halt zur Fernbedienung. Resultat davon ist die Krank-Strategie! Wacht also z.B. Mr. Big morgens auf, kann es sein, dass er auf die Karte „krank“ setzt und sagt: „Papa, ich habe so Halsschmerzen“, und kuckt dabei derart jämmerlich aus der Wäsche, dass Mann im ersten Augenblick Glauben schenkt.

Gegenmassnahme: Meist nützt das gaaanz langsame Auspacken von Fieberzäpfchen im XXL-Format. Auch hilfreich sind irgendwelche scheusslich bitter schmeckende Sirups. Unglaublich, wie schnell dann die Selbstheilung einsetzt und die Holzeisenbahn plötzlich viel besser ist als Sesamstrasse und Kikaninchen.

Weggeh-Strategie

Es mag vorkommen, dass Hausmann rasch wo hin muss (Mama vom Bahnhof holen oder so). Statt die Kiddies unter Geschrei ein Stockwerk tiefer bei Oma zurückzulassen, wird schon mal TV-Babysitting in Anspruch genommen. Resultat: Mr. Little (2 1/2) macht bei TV-Bedarf die Wohnungstür auf und sagt: „Papa weg!“ Um dann schnurstracks die Stromzufuhr hinter dem Fernsehen zu starten. Das Spielchen kann sich durchaus drei- bis viermal wiederholen, bevor Mr. Little zum Schreikrampf wegen kinderschädigendem TV-Entzug ansetzt.

Gegenmassnahme: Hier hilft nur noch Vorgaukeln eines kolossalen Stromausfalls durch Herausdrehen der Hauptsicherung. Denn Mr. Little läuft meist direkt zum Kühlschrank. Und sollte dort Licht brennen, geht das Geheul ungemindert weiter. Zudem: Mr. Little holt dann meist das Samsung Tablet, entsichert dieses mit gekonntem Fingerwisch, drückt auf den Youtube-Button und sagt: „Hier Batterie, jetzt Feuerwehrmann Sam schauen!“ Sollte dies der Fall sein hilft nur noch Wohnungsflucht und zweistündige Beschäftigung der Kiddies ausser Haus.

3. Arbeits-Strategie

Wenn der Termindruck all zu hoch ist, wird TV auch eingesetzt, um Hausmann etwas mehr Zeit für seine Zweitbeschäftigung, das Schreiben, zu verschaffen. Es mag dann durchaus vorkommen, dass Mr.Big ein Kundengespräch mit meinem Smartphone imitiert um mich dann darauf aufmerksam zu machen, dass Mr. X ganz schnell „ein paar Worte aus dem Computer“ braucht. Er mache dann schon mal den Fernseher an, damit ich meine Ruhe hätte.

Gegenmassnahme: 1. Eine Email zeigen, in der angeblich steht, dass die Arbeit schon erledigt ist oder 2. selber ein Telefongespräch erfinden, aus dem klar hervorgeht, dass ich nix zu tun habe. Nach dem dritten Mal wird dies aber kaum mehr funktionieren. Lösung: Also spielen im Garten!

4. Zuwenig-Spielzeug-Strategie

Immer mal wieder wird Hausmann von Mr. Big vorgeworfen, er könne nicht spielen, weil zuwenig oder unpassendes Spielzeug vorhanden sei. Einziger Ausweg aus dieser Spielmisere: TV glotzen!

Gegenmassnahme: Kiddies räumen das Kinderzimmer auf. Erstens merken sie dann, wie viel Spielzeug wirklich herumliegt und zweitens werden sie sich nach dem dritten Mal in einer Woche hüten, dieses Argument wieder ins Spiel zu bringen.

5. Schlechtwetterstrategie

Mister Big schaut morgens zum Fenster hinaus und befindet: Eine Wolke gleich schlechtes Wetter gleich Fernsehen. Punkt.

Gegenmassnahme: Mr.Big den Blick aus einem anderen Fenster auf den ansonsten wolkenlosen Himmel zeigen, alle Termine absagen und ab in den Wald mit den Jungs…

6. Mama-Strategie

„Papa, bei Mama dürfen wir viel länger TV schauen!“ Erstens stimmt dies nicht unbedingt und zweitens muss ja Hausmann nicht weibliche Taktiken zur Kinderruhigstellung anwenden.

Gegenmassnahme: 1. „Papa ist nicht Mama“ in ruhiger aber überzeugter Art sagen und 2. am Abend die Mama zur Rede stellen. Zweiteres funktioniert aber nur einmal. Danach macht auch Hausmann den Fernseher an um den innerehelichen Waffenstillstand zu wahren…

Please follow and like us:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.