DIE REDE TIPP 2: VORBEREITUNG IST ALLES

„Um einen Zufall herbeizuführen, bedarf es vieler Vorbereitung. Um eine gute, improvisierte Drei-Minuten-Rede zu halten, benötige ich beispielsweise drei Tage.“ (Mark Twain)

Das heisst, dass eine gute Vorbereitung nur durch das Eine ersetzt werden kann: eine bessere Vorbereitung. Und die fängt mit der Wahl des Themas und der Gliederung der Rede an.

 

Uno: Das Thema muss zu ihnen passen

Ob Sie jetzt anhand eines vorgegebenen Themas die Rede verfassen oder ob sie freie Hand haben: Das Thema muss zu Ihnen als Person passen. Daher gilt bei der Vorgabe eines Themas: Bin ich kompetent, um diese Rede zu halten? Nein? Dann zögern Sie nicht, dankend aber bestimmt abzulehnen oder wenn möglich ein Thema zu vereinbaren, das Ihnen liegt. Auch wenn Sie ein guter Redner sind, glaubt man Ihnen nur das, was sie kompetent vertreten können. Sind Sie weniger erfahren, tun Sie sich und dem Publikum mit einer Rede ausserhalb Ihres Kompetenzbereiches keinen Gefallen. Ich selbst wurde schon des Öfteren für Vorträge zu bestimmten Themen angefragt, musste aber verschiedentlich absagen, weil die Tatsache allein, ein passabler Kommunikator zu sein, nicht genügt, um sich einem Publikum kompetent zu stellen und dieses zu überzeugen. Vorgaukeln von Kompetenz mithilfe von kommunikativen Tricks kann zwar unterhaltend sein… aber mehr nicht.

Lassen Sie sich durch eine Anfrage nicht den „Bauch pinseln“ und bleiben Sie hart. Wenn nötig überlegen Sie sich die Anfrage 24 Stunden. Sagen Kopf und Bauch zur Anfrage ja, dann zusagen. Sind Kopf oder Bauch oder gar beide unsicher, dann dankend ablehnen. Entweder Ihre Rede mit Ihrem Thema oder keine Rede.

 

Due: Gute Redner lassen sich helfen

A) Sie haben Ihr Thema? Dann fangen Sie an, das Thema mit Ideen zu befüllen. Nehmen Sie das gute alte Mind-Mapping zu Hilfe. Schreiben Sie Ihr Thema in die Mitte eines leeren Blattes (mindestens A3) und lassen Sie Ihrer Phantasie freien Lauf. Gruppieren Sie alle Wörter, alles, was Ihnen in den Sinn kommt, darum herum. Fragen Sie Ihre Kollegen, Ihren Partner, Ihre Kinder, was ihnen spontan zum Thema einfällt. Notieren Sie dies alles. Ziehen Sie anschließend Linien zwischen den Begriffen, die Ihnen besonders wichtig erscheinen und die eine Verbindung zueinander haben. Die verbundenen Begriffe schreiben Sie untereinander – schon entsteht eine erste Gliederung.

B) Sie haben noch kein festes Thema? Dann schreiben Sie die Art des Anlasses in die Mitte des Blattes und notieren Sie alle Themen rundum, zu denen Sie dem Publikum kompetent Auskunft erteilen können. Fragen Sie ruhig Ihre Umgebung, ob Sie zu dem einen oder anderen Thema wirklich kompetent wirken. Und dann fangen Sie mit dem Streichen an und reduzieren auf ein Thema. Dann zurück zu A).

 

Tre: Bleiben Sie bei einer Botschaft

Seien Sie gewarnt: Wenn sie jetzt alles in die Rede aufnehmen wollen, was auf der Mindmap steht, dann wünsche ich viel Erfolg beim Scheitern. Denn diese lose Ideensammlung, nichts anderes ist es, muss gefiltert werden.

Erster Filter – das Publikum: Ist es ein Fachpublikum oder nicht (Fachsprache anwenden oder vermeiden)? Sind Sie der einzige Redner oder sind es viele (ausführlicher darstellen oder sehr kurz bleiben)? Ist es eine Arbeitstagung oder ein gesellschaftlicher Anlass (Sprache ohne Umschweife oder einfliessen lassen der einen oder anderen sprachlichen Blüte).

Zweiter Filter – die Botschaft: Konzentrieren Sie sich bei Ihrer Rede auf EINE klare Botschaft, die Sie dem Publikum vermitteln wollen. Diese Botschaft ist ihr höchstes Ziel. Streichen Sie also alles, das nichts mit dieser Botschaft zu tun hat oder das dieser Botschaft widersprechen oder schaden könnte, aus der Mindmap.

 

Hinweis: Halten Sie sich immer den in meinen Augen wichtigsten Grundsatz einer Rede vor Augen: Eine Rede ist dann gut, wenn Sie nichts mehr weglassen können und nicht, wenn Sie nichts mehr hinzufügen können.

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