III. Teil: Gedanken zu Olympia Sitten 2026

Medienberichte in schriftlicher und bildlicher Form gibt es zuhauf, welche nach dem Megaanlass einen Blick auf die Olympischen Stätten und die Auswirkungen werfen. Es gibt nicht einen Veranstalter in demokratisch legitimierten Staaten, der die Spiele nochmals durchführen würde. Das gilt übrigens auch für das hochgelobte London und das vielzitierte Lillehammer mit seinen vermeintlich „vernünftigen“ Spielen. Vielleicht springt Salt Lake City nochmals auf das olympische Boot auf, vielleicht (oder in meinen Augen eher hoffentlich) sogar für Olympia 2026. Dass diese privaten Promoter mit Rechtsstaatlichkeit nicht viel am Hut haben, haben Sie mit der Bestechung von mindestens 24 IOC-Mitgliedern anlässlich der Vergabe von Olympia 2002, notabene gegen Sion 2002, tatkräftig unter Beweis gestellt.

Fragt sich eigentlich niemand, weshalb das so ist? Fragt sich keiner, wieso sich zumindest westliche öffentliche Veranstalter weigern, sich ein zweites Mal über den Tisch ziehen zu lassen und rings um uns herum reihenweise Stimmbürger der olympischen Korruption und Grosskotzigkeit eine Abfuhr erteilen? Ja sind die denn alle so viel dümmer als wir im Wallis, so dass nur wir es schaffen, die ersten vernünftigen, bezahlbaren und nachhaltigen Olympischen Spiele der Neuzeit zu organisieren, die erst noch rentabel sind und ohne die durchschnittliche olympische Kostenüberschreitung von 150 Prozent zu Ende gehen?

Der Blick in die Unterwalliser Skistationen aber auch in die eine oder andere Station im Oberwallis zeigt, dass ein vernünftiges Verständnis in Sachen Natur auch bei uns nicht wirklich angekommen ist, wenn viel Geld im Spiel ist.  Darauf zu hoffen, dass wir durch Olympia weniger korrumpierbar sein werden als andere, scheint mir auch etwas verwegen.

Aus der Olympischen Periode 2012 bis 2016 (mit Spielen in Rio) hat das IOC mehr als 5 Milliarden abgezügelt. Zurück bleiben eine Stadt und eine Region, die völlig pleite sind. Vancouver und London zahlen in den nächsten 35 Jahren die Olympiaschulden ab. Nur so eine Zahl: Durch Olympia (Winter) sollen laut Berechnungen der Uni von Oxford rund 200-250 Millionen an Steuern an den Staat zurückfliessen. Wenn ich dem den Einsatz von mindestens 1,1 Milliarden öffentlicher Mittel gegenüberstelle, reicht das Rechenkönnen meines Jüngsten (6) locker aus, um bei einer Abstimmung den richtigen Schluss zu ziehen.

Dass dies ausgewachsene Politiker nicht können, führt bei mir zu zwei Schlüssen:

  1. Sie sind bezüglich Zukunftsideen völlig rat- und ideenlos und gehen deshalb bezüglich Olympia völlig kopflos „all in“.
  2. Sie erhoffen für sich und/oder ihre Klientel klare, persönliche Vorteile.
  3. Sie träumen bezüglich Olympia nur von einem persönlichen Denkmal, das sehr publikumswirksam ist und dem eigenen Ego schmeichelt, für das sie selber aber nie werden gerade stehen müssen.

Und wenn jetzt noch das ultimative Olympia-Argument des Werbeeffekts durch ebendiese Spiele ins Feld geführt werden sollte, dann bedenke man Folgendes: Sich von einer Veranstaltung einen positiven Imagetransfer zu erhoffen, hinter der mit dem IOC eine Truppe steht, gegen die und viele ihrer Mitglieder in etlichen Staaten wegen Korruption und Bildung einer kriminellen Organisation ermittel wird, scheint mir etwas weit hergeholt. Wenn wir uns davon positive Werbung versprechen, kann Leukerbad auch Otto G. Loretan zur seinem Markenbotschafter ernennen.

Ceterum censeo, olympiam delendam esse!… oder so ähnlich.

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2 Antworten auf „III. Teil: Gedanken zu Olympia Sitten 2026“

  1. Bei den Olympischen Spielen im Wallis würden die Herren vom Olympischen Komitee nicht geschmiert, so wie 2006
    Also würden wir die Spiele sowiso nicht kriegen!!!!

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