Wie viel wird durch Sion2026 im Wallis investiert?

Was Olympioniken immer wieder gerne in den Vordergrund schieben: Die wirtschaftliche und nachhaltige Wirkung der olympischen Spiele dank der Investitionen. Da lohnt sich doch die Frage, wie viel denn tatsächlich laut Olympiadossier «nachhaltig» investiert werden soll?

 

2,4 Milliarden Franken beträgt das offizielle Budget von Olympia Sion2026. Da möchte man meinen, dass der Hauptteil der Ausgaben für richtig «handfeste Investitionen» genützt würden. Da sage ich nur: «Pustekuchen!»

Denn der Investitionsanteil in bleibende Sportinfrastruktur im Wallis beträgt gerade mal 25 Mio. Franken (1% des OCOG-Gesamtbudgets). Doch eins nach dem anderen:

  • 1% des OCOG-Budgets fliessen in nachhaltige Investitionen in Sportanlagen: Im Oberwallis werden von den 2,4 Mia. Ausgaben gerade mal 12 Millionen investiert, andere gehen von rund 7,5 Mio. aus – nämlich gewisse nordische Anlagen in Ulrichen. Allerdings geht dabei Biathlon nicht, wie gehofft, ins Goms, sondern nach Les Diablerets. Im Unterwallis werden laut Olympiadossier 13 Mio. investiert.

 

  • 5,4% fliessen in temporäre Wettkampfanlagen. Bei dem, was nach Olympia abgerissen wird, langt man schon etwas stärker hin. Insgesamt werden 142,6 Mio. in zeitlich begrenzte Bauten gesteckt: 12,3 Mio. im Oberwallis (Goms und Visp), 36,6 Mio. im Unterwallis und 93,7 Mio. bei den ausserkantonalen Wettkampfstätten.

 

  • Etwas mehr wird in die bleibenden Nicht-Wettkampfstätten investiert: 20 Mio. sollen aus dem Sport und Feriencenter Fiesch mit öffentlichen Mitteln einen Betrieb auf Hotelniveau mit 580 Betten machen. 36 Mio. werden im Unterwallis in Beherbergungsinfrastruktur reingesteckt.

 

  • Dazu kommen noch rückbaubare Investitionen von 4,2 Mio. im Oberwallis, 10,4 im Unterwallis und 12,3 im Rest der Wettkampfstätten im Bereich der Nicht-Wettkampfinfrastruktur.

 

  • Insgesamt sind dies also «Investitionen» von rund 93 Mio. Franken (davon 81 Mio. im Wallis ) in bleibende Infrastrukturen und rund 169,6 Mio. Franken in wieder abzureissende Bauten, zum grössten Teil ausserhalb des Wallis.

 

Das heisst nichts anderes, als dass allein die Sicherheitskosten fünf Mal so hoch sein werden, als die tatsächlichen Investitionen in nachhaltige Sportinfrastruktur. Da gäbe es auch vernünftigere Wege, Sport-Infrastruktur zu finanzieren als über vergeudete Olympiamilliarden.

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Wie viel Wallis steckt in Sion2026?

Was war das für ein Aufschrei, als der Nationalrat es wagte, die Olympia-Milliarde vom Bund in Frage zu stellen? Unisono war von Seiten Befürwortern zu hören und zu lesen, dass sich jetzt das Walliser Wahlvolk gegen die «Grüözini» stellen müsse. Der Schlachtruf lautete: «Das olympische Wallis gegen den Rest der Welt!» Doch wie viel Wallis steckt denn eigentlich drin in Sion2026?

 

Diese Frage lässt sich einfach und mit klaren Zahlen untermauert in einem Wort beantworten: wenig! Sie staunen, allein der Glaube fehlt? Dann lassen Sie mich Ihren fehlenden Glauben mit Wissen etwas à jour bringen.

 

So viel Wallis steckt laut Olympiadossier in Sion2026:

  • 36% der Austragungsstätten: Sitten ist zwar Organisator, Vertragspartner, Bezahler und Austragungsort. Doch von den 14 im Olympiadossier vorgesehenen Wettkampfstätten liegen nur deren 5 im Wallis, maximal 2 davon (Goms und Visp) im Oberwallis (14%).

 

  • 33% der Sportarten: Von den aktuell 15 olympischen Wintersportarten werden 10 ausserhalb des Wallis ausgetragen, nur 2 sind für das Oberwallis geplant (Langlauf und Curling), also blasse 13%. Übrigens: Die paralympischen Spiele werden am Oberwallis zumindest organisatorisch spurlos vorbeigehen.

 

  • 44% der Medaillenentscheidungen: Von den 100 Medaillensätzen, die an Olympia im Winter zu vergeben sind, werden 56 in den Kantonen Waadt, Freiburg, Bern und Graubünden vergeben. 29 Medaillensätze werden im Unterwallis und deren 15 (12 Langlauf und 3 Curling) im Oberwallis vergeben, also 15%.

 

  • 39% der AthletInnen: Während 1715 AthletInnen ausserkantonal untergebracht sind und um Medaillen streiten, sind dies im Unterwallis 675 und im Oberwallis 410 oder 15%.

 

  • 37% der Zuschauer: Von den laut geplanten Sitz- und Stehplätzen maximal 1,3 Mio. Zuschauern werden rund 10% auf das Oberwallis, 27% auf das Unterwallis und 63% auf die übrigen Kantone entfallen.

 

  • 100% lassen sich übrigens auch noch finden, beim Risiko: Denn gegenüber dem IOC sind die Unterzeichner des Vertrages solidarisch haftbar. Und unterzeichnen werden wohl die Stadt Sitten und der Kanton Wallis. Die Bundesmilliarde inklusive Defizitübernahme ist übrigens im Budget von 2,4 Mia. Franken eingeplant und der Kanton will ja höchstens 100 Mio. ausgeben. Wer dann wohl zahlen wird?

 

Dass diese Verteilung natürlich auch direkte Auswirkungen auf die Investitionen hat, versteht sich von alleine. Wie viel Geld im Wallis investiert werden soll, ist dann wohl die nächste Frage, die es zu beantworten gilt!

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Olympiadebatte auf Kanal 9, Oberwalliser Lokal -TV

Olympia im Wallis JA oder NEIN? CSP-Fraktionschef Diego Clausen und Olympiaskeptiker Waldemar Schön kreuzen unter Leitung von Armin Bregy auf dem Oberwalliser Lokalsender Kanal 9 die Klingen.

 

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